Neue Veröffentlichung: Broschüre „Siedlerkolonialismus? Zur ideologischen Funktion eines antizionistischen Deutungsmusters“
Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus veröffentlicht die Handreichung „Siedlerkolonialismus? Zur ideologischen Funktion eines antizionistischen Deutungsmusters“.

Das Konzept des Siedlerkolonialismus ist längst nicht mehr allein Gegenstand wissenschaftlicher Debatten. In aktivistischen und politischen Zusammenhängen dient es zunehmend als umfassendes Deutungsmuster für Israel und den Zionismus. Dabei wird ein komplexer historischer Konflikt auf ein starres Schema von Unterdrückern und Unterdrückten, Schuldigen und Unschuldigen reduziert.
Die Broschüre zeichnet die Entstehung und Entwicklung der Settler Colonial Studies nach und untersucht deren Übertragung auf Israel. Sie zeigt, wie zentrale Aspekte jüdischer Geschichte – Verfolgung, Flucht, Staatenlosigkeit und die historische Verbindung zum Land – ausgeblendet werden, während Israel als grundsätzlich illegitimes koloniales Projekt erscheint.
Im Mittelpunkt steht nicht der Begriff als solcher, sondern seine ideologische Funktion. Problematisch wird seine Verwendung dort, wo jüdische Selbstbestimmung delegitimiert, Gewalt gegen Israelis als „Widerstand“ oder „Dekolonisierung“ gedeutet und Antisemitismuskritik pauschal als Zensur oder Herrschaftsinstrument abgewehrt wird.
Anhand konkreter Beispiele aus der JFDA-Feldbeobachtung dokumentiert die Publikation, wie diese Schablone auf Demonstrationen, in Redebeiträgen, auf Plakaten und in der Online-Kommunikation wirksam wird. Abschließend bietet sie Erkennungsmerkmale für politische Bildung, Politik, Verwaltung, Behörden, Medien und Zivilgesellschaft.
Die Handreichung steht ab sofort hier zum Download bereit.



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