documenta15

3.5. Halal Fried Chicken

3. Kunstwerke in der Kritik

An acht Standorten waren in Kassel Installationen des Künstlers Hamja Ahsan unter dem Namen „Halal Fried Chicken“ zu finden. Bei den Installationen handelte es sich um Leuchtschilder, die auf Halal-Imbissläden anspielen, die frittiertes Hähnchen verkaufen. Die Schilder tragen unterschiedliche Schriftzüge, wie zum Beispiel „Kabul Fried Chicken – Graveyard of Empires“. Hiermit wird auf zynische Weise das Scheitern der Demokratie in Afghanistan zelebriert, was zumindest implizit eine Sympathie mit der Taliban aufzeigt. Ein anderes Schild ist mit der Aufschrift „PFLFC – Popular Front for the Liberation of Fried Chicken“ versehen. Es handelt sich um eine Anlehnung an die terroristische Palästinensische Befreiungsorganisation PFLP. Dem Künstler zufolge sollen die Slogans ironische Kommentare auf die Islamfeindlichkeit in Europa darstellen. Die Schilder standen wegen ihres Bezugs auf die palästinensische Terrororganisation in der Kritik.

Auf seinen Social-Media Kanälen bekannte sich Hamja Ahsan mehrfach zur israelfeindlichen Boycott, Divestment and Sanctions-Kampagne (BDS) und postete unter anderem ein Bild von sich inmitten des gegen Israel gerichteten fundamentalistischen Al-Quds-Marsches in London. Kritik erfuhr er seitens der documenta-Leitung aber erst, als er den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz bei Facebook als „neoliberales faschistisches Schwein“ beleidigte und sich freute, dass dieser seinen documenta-Besuch aufgrund des Antisemitismus-Skandals abgesagt hatte. Nach medialer Kritik distanzierte sich die documenta-Leitung von Hamja Ahsans Aussage und untersagte im Rahmen der documenta öffentliche Auftritte des Künstlers. Da sein Verhalten auf Social-Media-Plattformen von seinem künstlerischen Schaffen abgespalten wurde, durfte Ahsan aber weiterhin auf der documenta ausstellen.


Foto der Leichttafel „Kabul Fried Chicken – Graveyard of Empires“.




Foto der Installation  „PFLFC – Popular Front for the Liberation of Fried Chicken“

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