Wie das Netzwerk „Hayhat“ den schiitischen Islamismus auf Berlins Straßen trug
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Eine Analyse zur Demonstration vom 27. Juni
Als am vergangenen Samstag, dem 27. Juni 2026, ein Bündnis unter dem Banner des Netzwerks „Hayhat“ durch das politische und historische Zentrum Berlins zog, sollte dem flüchtigen Beobachter zunächst ein Bild von Trauer und Friedensrhetorik präsentiert werden. Die Route, symbolträchtig vom Berliner Dom über Unter den Linden bis zum Gendarmenmarkt, war sorgsam gewählt, um maximale öffentliche Aufmerksamkeit zu generieren.
Was vordergründig wie ein religiöser Gedenkmarsch oder eine harmlose Demonstration für universelle Menschenrechte angekündigt worden war, entpuppte sich jedoch bei glühender Hitze von etwa 40 Grad Celsius als politische Machtdemonstration des schiitischen Islamismus. Das Geschehen am Wochenende hat bundesweit für Entsetzen gesorgt, die Berliner Innenpolitik alarmiert und ein grelles Schlaglicht auf die tiefe Verflechtung von religiösem Märtyrerkult, digitaler Camouflage und offenem Terrorismus-Bekenntnis mitten in Deutschland geworfen. Doch der Reihe nach.
Digitale Fassade und Strategie der Camouflage
Wenn im Vorfeld die offizielle Website der Organisatoren (hayhat.de) oder deren Social-Media-Kanäle analysiert wurden, war dort eine bemüht moderne, westlich anschlussfähige Sprache zu lesen. Die Gruppe warb mit Begriffen wie „Frieden“, „Menschenwürde“, „Solidarität“ und dem Protest „gegen Krieg und die Mittäterschaft durch Waffenlieferungen“. Die Wahl des Vokabulars ist Teil einer gezielten politischen Strategie. Schon der Name „Hayhat“ leitet sich direkt von dem schiitischen Ausruf „Hayhat minna adh-dhillah“ ab – was übersetzt „Niemals Unterdrückung“, “Keine Demütigung” oder „Niemals Schmach“ bedeutet.
Dahinter steckt die kalkulierte Methode des islamischen Regimes im Iran und deren islamistischen Anhängern: konkrekte sprachliche Mimikry an den westlichen Protestdiskurs. Es ist der strategische Versuch, ideologische Brücken zur linksislamistischen und insbesondere zur sogenannten „propalästinensischen“ Szene zu schlagen. Dort soll Anschlussfähigkeit hergestellt werden, dabei religiös-theoretische Motive verschleiert und bestimmte Worthülsen wie „Solidarität“ oder „Widerstand“ gezielt an eine postkolonial geprägte Sprache angepasst.

Radikal-islamische Narrative werden so in die Rhetorik eines vermeintlich progressiven, antirassistischen “Befreiungskampfes” eingepasst. Durch die Übernahme dieser Begriffe und Sprache docken die Akteure direkt an westlich-linke Erzählungen an und finden so Anschluss an den Linksislamismus und die israelfeindliche Szene, besonders in Berlin.
Die Realität bei der Demonstration zeigte jedoch deutlich, wie diese universell klingende Rhetorik die radikale, religiös-dogmatische Agenda kaschiert. Sie soll Akteure der ideologisch anschlussfähigen Szenen integrieren, die sich selbst als emanzipatorisch markieren, aber für die reaktionäre Natur des schiitischen Fundamentalismus instrumentalisiert werden können. Potenzielle Unterstützer werden durch die emotionalisierten Parolen von „Hayhat“ abgeholt, der inhärente islamistische Kern wird zunächst verschleiert – dies ist eine konkrete Strategie der Täuschung, welche für alle, die dem Schauspiel der Demonstration beiwohnten in sich zusammenfiel, als die totalitäre Ideologie der islamistischen Mullahs auf den Straßen Berlins zu Tage trat.
Das Erbe von Kerbela: Die radikale Umdeutung und das
„Schauspiel“ der Kinder
Um den ideologischen Kern der Demonstration zu erkennen, muss der historische Kontext von “Aschura” mitgedacht werden. Aschura ist einer der höchsten Trauertage im schiitischen Islam und soll an die Schlacht von Kerbela im Jahr 680 n. Chr. erinnern. Dort starben Imam Husain, der Enkel des Propheten Mohammed, sowie seine Gefährten im Kampf gegen eine Übermacht des Kalifen Yazid den Märtyrertod- sie hatten sich nicht “unterworfen”. Historisch und in der islamischen Theologie steht Husain für Widerstand gegen die Tyrannei.
Seit der Islamischen Revolution im Iran 1979 unter Ayatollah Khomeini wurde dieser Mythos jedoch Stück für Stück in die islamistische Ideologie integriert und politisiert. Das iranische Mullah-Regime und seine Proxys, die Hisbollah im Libanon oder die Huthis im Jemen, inszenieren sich als die rechtmäßigen Erben Husains. Dadurch entsteht eine dualistische Welterklärung: das historische Feindbild des Tyrannen Yazid wird auf die heutigen erklärten Feinde projiziert. Diese sind die USA, Israel sowie Jüdinnen und Juden weltweit.
Wie dieser religiöse Ritus als ideologischer Transfer für politische Interessen instrumentalisiert wird, zeigte sich am Samstag auf besonders verstörende Weise: Im Zuge einer rituellen Inszenierung (arab.: Ta'ziya) wurden Kinder verkleidet, mit Seilen an den Handgelenken gefesselt und vor der Demonstration zur Schau gestellt. Dieses verstörende Bild sollte die historische Gefangennahme von Husains und seinen Anhängern symbolisieren. Auf der Versammlung bedeutete dies jedoch eine massive Gefährsdung von Kindern bei 40 Grad. Die Berliner Polizei schritt aufgrund der offensichtlichen Kindeswohlgefährdung nach kurzer Zeit ein und untersagte die Aufführung unverzüglich. Die Kinder begaben sich anschließend in den Demonstrationszug.

Die islamistische Manifestation auf der Straße und die Verknüpfung zum transnationalen Terrorismus
Dass die politisch-theologische Umdeutung eine praxisorientierte Dimension hat, zeigten die Dokumentationen und Analysen des Geschehens auf der Demonstration. Die immense Diskrepanz zwischen der vermeintlich progressiv-moderaten digitalen Selbstdarstellung im Vorfeld und der tatsächlichen Darstellung konnte so sichtbar gemacht werden. Unter den etwa 400-600 Teilnehmenden zeigte sich in Teilen eine signifikante personelle und ideologische Schnittmenge: Neben Anhängern des schiitischen Islamismus im Sinne des islamischen Regimes im Iran waren ebenso Akteure aus der linksislamistischen und antiimperialistischen Szene Berlins anwesend, was die Bruchlinien der zuvor postulierten Querfront evident belegt.
Die visuelle Darstellung von Ikonen des iranisch-islamistischen Terrorismus und die Parolen im Laufe der Versammlung zeigten die zugrunde liegende Ideologie der Organisatoren unmissverständlich. Das Zeigen von Porträts und Bannern zentraler Führungsfiguren des schiitischen Islamismus – beispielsweise des iranischen Revolutionsführers Ali Khomenei sowie den Hisbollah-Anführer Hassan Nasrallah – belegt eine eindeutige Identifikation mit transnationalen, militanten und staatsterroristischen Strukturen.

Für die Antisemitismuskritik bedeuten diese Ereignisse klare Indikatoren: Das fundamentalistische, dualistische Freund-Feind-Schema der Aschura wird nahtlos mit den Mustern des modernen (israelbezogenen) Antisemitismus verbunden. Diese ideologische Fusion bindet Israel in ein Weltbild ein, dass den jüdischen Staat als das ultimativ Böse imaginiert und gleichzeitig alle Mittel rechtfertigt es zu bekämpfen. Was politisch-abstrakt klingt, wird für die jüdische Gemeinschaft in der Diaspora zur realen Gefahr, wenn Anhänger der islamistischen Ideologie, sich als Erben Huseins wähnend, weltweit zur Tat schreiten.
Islamistische Mullah-Propaganda und Allianz der Extreme
Die zentrale Kritik, die nach dem Wochenende laut werden muss, muss sich auf zwei konkrete Punkte konzentrieren:
Der Einfluss Teherans: Zum einen agieren Organisationen wie „Hayhat“ als konkrete, ideologische Außenposten des islamischen Regimes im Iran. Ursprüngliche Bedeutungen von Aschura werden instrumentalisiert, um die antisemitische Staatsideologie des Regimes zu exportieren und auf europäischen Straßen zu normalisieren.
Die Querfront: Zum anderen gelingt es bereits teilweisen mithilfe des strategisch-rhetorischen Mimikry, Anschlusfähigkeit an weitere Milieus herzustellen. Die Sprache westlicher Antikriegs- und Befreiungsbewegungen wird imitiert, womit eine Bündnis mit dem linksislamistischen Spektrum und vermeintlich emanzipatorischen, antiimperialistischen Organisationen erreicht wird. Die tatsächlichen Gemeinsamkeiten sind radikaler Antiamerikanismus und Antizionismus.
Ein Weckruf?
Der Berliner Aschura-Marsch hat erneut gezeigt, dass der Islamismus Sprache, Strategie und Methodik der westlichen Protestkultur geschickt zu nutzen gelernt hat. Hinter den Rufen nach „Solidarität mit den Unterdrückten“ steht die islamiistische Ideologie: Verherrlichung von Terror, Antisemitismus, Identifikation mit autoritären Herrschaftsformen.
Neben der Kindeswohlgefährdung durch die Vorführung der Minderjährigen in Fesseln und Kostümen ist es die selbstbewusst auf die Straße getragene Ideologie und die Suche nach Anschluss in westliche Strukturen sowie ihre Normalisierung im politischen Alltag, die sowohl für die Gemeinschaft der Jüdinnen und Juden als auch für eine wehrhafte Demokratie alarmierend sein müssen.
Das Wochenende in Berlin sollte als Weckruf verstanden werden: Wenn der demokratische Rechtsstaat seine Freiheiten schützen will, darf er weder wegschauen noch verharmlosen, wenn unter dem Deckmantel der Versammlungsfreiheit radikale Ideologie verbreitet und das islamische Regime Irans für einen Märtyrerkult wirbt.
(Redaktion JFDA e.V.)



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