Ostermarsch in Hamburg am 18.04.22



Der Ostermarsch 2022 in Hamburg wurde – wie die Jahre davor – vom Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung veranstaltet. Im Vorfeld wurden die Veranstalter u.a. für ihre einseitige Haltung zur NATO kritisiert.


Die Demonstration zog vom Spielbudenplatz über die Reeperbahn zum Fischmarkt und versammelte bis zu 2000 Teilnehmende. Einige der beteiligten Gruppierungen und Einzelpersonen zeigten sich zwar mit der Ukraine solidarisch, dennoch zeigte sich die breite Mehrheit der NATO gegenüber ablehnend.


Unter den linken Demonstrierenden fanden sich antiimperialistische und antikapitalistische Gruppen, wie die SDAJ, DKP, MLPD und Teile der LINKEN. Diese vereint die Tendenz zu latentem bis starken Antiamerikanismus und einem dichotomen Weltbild.


Der VVN-BdA Hamburg sowie Hamburg gegen Rechts beteiligten sich am Ostermarsch, kritisierten im Vorfeld jedoch den Aufruf des Koordinationskreis und benannten klar die russische Aggression.

Pro-palästinensische Gruppen setzen die Lage der Palästinenser:innen – unter Bezugnahme auf den Angriffskrieg Russlands mit der Lage der Ukrainer:innen gleich und trugen Plakate mit den Inschriften wie “Apartheid, Kolonisation und Okkupation” mit Bezug auf Israel. Hier findet eine antisemitische Markierung des Staates Israels als Aggressor statt, die angesichts der schrecklichen Kriegshandlungen Russlands ohne Anstand ist.

In den Reden gab es neben Kritik an der Bundesregierung auch Vorwürfe, dass der Krieg durch deutsche Waffenlieferungen durch Scholz, Habeck und Baerbock weiter geschürt würde.

So zeigt sich auch beim Ostermarsch in Hamburg ein grundlegendes Verständnis, das die NATO und die USA als bösartig markiert, während vor allem das eigene Land – die Bundesrepublik – sich nicht am Krieg beteiligen soll. Während sich die Teilnehmenden des Ostermarsch größtenteils gegen Waffenlieferungen an die Ukraine aussprechen, haben die vergangenen Wochen gezeigt, dass jeglicher Friedensappell an Putin und seiner Regierung abprallt. Durch mangelnde militärische Ausrüstung der ukrainischen Armee verlieren währenddessen Menschen in der Ukraine ihre Leben. Die russische Armee bombardiert die Zivilbevölkerung, Kinder werden getötet, zudem werden Frauen vergewaltigt.