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Neues Lagebild: Antisemitismus auf Versammlungen im ersten Halbjahr 2026

  • 21. Juli
  • 1 Min. Lesezeit

Das JFDA veröffentlicht eine Auswertung eigener Feldbeobachtungen im öffentlichen Raum


Wie zeigt sich Antisemitismus auf Versammlungen im öffentlichen Raum? Welche

Parolen, Symbole und Narrative treten wiederholt auf? Und was bedeutet es für

Jüdinnen und Juden, wenn gewaltverherrlichende und delegitimierende Sprache auf

Demonstrationen normalisiert wird?

Diesen Fragen geht die neue Veröffentlichung „Lagebild Antisemitismus.

Feldbeobachtung im öffentlichen Raum“ nach. Sie bündelt eigene Beobachtungen

von 76 Versammlungen aus dem ersten Halbjahr 2026, in dem das JFDA insgesamt

329 antisemitische Vorfälle dokumentiert hat. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der

isolierte Vorfall, sondern die Frage, welche Muster sich über verschiedene

Versammlungen hinweg zeigen und fachlich einordnen lassen.



Das Lagebild macht sichtbar, dass die Bewertung einer Versammlung nicht bei der

Frage endet, ob sie polizeilich als friedlich gilt. Entscheidend ist vielmehr, welche

Inhalte im öffentlichen Raum wiederholt artikuliert werden, welche Feindbilder sie

transportieren und welche Wirkung sie auf jüdische Sichtbarkeit, demokratische

Öffentlichkeit und zivilgesellschaftliche Beobachtung entfalten. Bei den

Feldbeobachtungen zeigten sich dabei vor allem die Dämonisierung und

Delegitimierung Israels, entmenschlichende Zuschreibungen, Gewalt- und

Vernichtungssemantik, NS-Vergleiche und Umkehrungen der Schoa-Erinnerung

sowie verschwörungsideologische Erzählungen.

Die Veröffentlichung richtet sich an Öffentlichkeit, Zivilgesellschaft, politische Bildung,

Medien und zuständige Stellen. Sie bietet eine Grundlage, um antisemitische

Dynamiken auf Versammlungen nicht nur punktuell wahrzunehmen, sondern in ihren

wiederkehrenden Formen, Anschlussfähigkeiten und Wirkungen einzuordnen.

Zugleich verdeutlicht sie, dass eine kontinuierliche, quellengebundene

Feldbeobachtung notwendig bleibt, um solche Entwicklungen nachvollziehbar zu

dokumentieren und über einzelne Ereignisse hinaus vergleichbar zu machen.


Das vollständige Lagebild steht hier zum Download bereit


 
 
 

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