Gedenken an Sarah Halimi – Trauer, Wut und Entsetzen

Aktualisiert: Mai 10


Am 8. Mai 2021 versammelten sich Berliner und Berlinerinnen zu einer Gedenkkundgebung für die in Frankreich ermordete Jüdin Sarah Halimi vor der Französischen Botschaft. Am 4. April 2017 war ein Nachbar Sarah Halimis, der aus Mali stammende 27-jährige Kobili Traoré, in ihre Wohnung eingedrungen, hatte sie schwer gefoltert und sie aus dem Fenster ihrer Wohnung geworfen. Während der Tat stieß er “Allahu Akbar”-Rufe aus. Obwohl der Täter aus antisemitischen Motiven handelte, wurde er im Verfahren der ersten Instanz strafrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen, sondern mit der Begründung des Vorliegens einer psychotischen Störung, die zum Teil auf Cannabis-Konsum zurückzuführen sei, in die Psychiatrie eingewiesen. Nachdem die Angehörigen Sarah Halimis gegen das Urteil in Berufung gegangen waren, wurde dieses im April 2021 durch das oberste Berufungsgericht bestätigt. Kurz darauf kam es zu empörten Protesten in Paris, Tel Aviv und Miami.


Bei der Gedenkkundgebung vor der Französischen Botschaft in Berlin verliehen die Teilnehmer*innen ihrer Trauer um die pensionierte Ärztin und Mutter von drei Kindern, ihrem Entsetzen und ihrer Empörung über das Urteil Ausdruck. Maria Kireenko wies darauf hin, dass das “gewaltvolle antisemitisch-islamistische Auftreten des Täters bereits in der Vergangenheit

zu Genüge belegt” war. Dr. Elio Adler von der Werteinitiative e. V. machte deutlich, dass die Teilnehmer*innen “solidarisch und in Trauer, Wut und Entsetzen” bei der Familie Sarah Halimis seien. Während der Veranstaltung wurde auch der anderen jüdischen Französinnen und Franzosen gedacht, die in den vergangenen Jahren aus antisemitischen Motiven in Frankreich ermordet wurden. Im Anschluss an die Redebeiträge vor der Französischen Botschaft wurde im Gedenken an Sarah Halimi das Kaddisch gesprochen und es wurden Kerzen und Blumen abgelegt.



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