Auf1

Ursprünge

Der österreichische Onlinesender wurde am 31. Mai 2021 vom gegenwärtigen Chefredakteur Stefan Magnet gegründet. Die thematischen Ursprünge liegen in der Corona-Pandemie. Selbst bezeichnet sich Auf1 als "alternatives und unabhängiges Fernsehen". Seine Nachrichten verbreitet der Onlinesender über Videos auf der eigenen Website, sowie auf Social Media und Telegram. Durch seine Aufmachung versucht Auf1 den Eindruck eines seriösen und etablierten Nachrichtensenders zu erwecken. Zeitgleich wird versucht sich von jenen etablierten Medien inhaltlich abzugrenzen.

 

Beteiligte Akteure

Der Chefredakteur Stefan Magnet war bis zu ihrer Auflösung 2007 Mitglied der neonazistischen Gruppe "Bund freier Jugend". Darüber hinaus trat er 2006 als Referent bei einer Tagung der rechtsextremen und geschichtsrevisionistischen Partei "Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik" auf. Er pflegt Kontakt zu FPÖ-Politiker:innen und produzierte für die FPÖ mit seiner eigenen Werbeagentur Wahlkampfvideos. Zudem trat er gemeinsam mit dem Neonazi Gottfried Küssel auf.

 

Moderatorinnen bei Auf1 sind Tina Gloria Wenko (stellvertretende FPÖ-Gemeinderätin) und Elsa Mittmannsgruber (Chefredakteurin der FPÖ-nahen Onlinezeitschrift "Wochenblick"). Regelmäßig produziert das "Filmkunstkollektiv" für Auf1. Die Betreiber des Filmkunstkollektivs haben Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen, wie z.B. der Identitären Bewegung (IB) und produzierten Videos für die Junge Alternative (JA), Compact und Pegida. Neben Auftragsarbeiten produziert das Filmkunstkollektiv auch eigene Inhalte, die durch rechte Esoterik, Umsturzfantasien und Verschwörungsideologien geprägt sind .

 

Inhalte

Ursprünglich thematisierte Auf1 vor allem den Themenkomplex rund um Corona. Dabei waren Impfskepsis, Leugnung und Verharmlosung der Pandemie an der Tagesordnung. Regelmäßig wurde von einer "Corona-Diktatur", "Experimenten der Globalisten" und "Zwangsimpfungen" gesprochen. Auf1 beteiligt sich damit an der Verbreitung antisemitischer Verschwörungsideologien.

 

Seit einiger Zeit liegt der Themenschwerpunkt auf dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Auf1 berichtet ausschließlich und verkürzt von der angeblichen “Schuld” des Westens am Krieg und legitimiert bzw. bagatellisiert das Handeln der russischen Politik. Oft wird dabei direkt russische Propaganda reproduziert und Wladimir Putin heroisiert. Es wird behauptet, der Krieg diene nur dazu, kriminelle Machenschaften der "Eliten" zu verschleiern und den "Great-Reset" und eine "NWO" (New World Order) herzustellen. Auch hier findet sich die Verwendung von antisemitischen Chiffren.

Problematik

Das Magazin verbreitet also nicht nur Desinformationen, sondern bedient auch verschwörungsideologische und antisemitische Narrative. Besonders gefährlich ist dies, da die Aufmachung des Mediums, an die etablierter, seriöser Medien erinnert. Hierdurch kann es vorkommen, dass Menschen das rechtsextreme, verschwörungsideolgische und antisemitisches Gedankengut, das durch das Magazin verbreitet wird, nur schwer erkennen können.

 

Einordnung

Auf1 lässt sich sowohl inhaltlich als auch aufgrund personeller Verbindungen als FPÖ-nahes Medium einordnen. Es bestehen Kontakte zu rechten bis rechtsextremen Akteuren. Das Gutheißen von Wladimir Putin und die regelmäßige Einladung von Kreml-Apologeten spricht darüber hinaus für die Russlandnähe des Mediums.

 

Mehr zu Auf1

 

https://www.derstandard.at/story/2000133567205/medienbehoerde-prueft-verschwoerungssender-auf1-und-regionalsender-rtv?ref=article

 

https://oe1.orf.at/artikel/692000/Rechter-Propaganda-Cluster-waechst

 

https://www.belltower.news/rechtsalternative-medien-der-verschwoerungssender-auf1-tv-126097/