Rubikon

Ursprünge

Das Onlinemedium "Rubikon. Magazin für die kritische Masse“ wurde 2017 von Jens Wernicke gegründet. Wernicke war in der Vergangenheit GEW-Gewerkschaftssekretär und wissenschaftlicher Referent der hessischen Fraktion der Partei Die Linke. Zudem schrieb er für den Onlineblog "NachDenkSeiten" und arbeitete als freier Mitarbeiter für das Forschungsinstitut von Daniele Ganser, der unter anderem für seine pauschale Ablehnung der NATO und die Verbreitung von Verschwörungserzählungen zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 bekannt ist.

 

Beteiligte Akteure

Die Autor:innenschaft von Rubikon ist sehr heterogen. Auf der eigenen Website werden über Hundert Autor:innen genannt, unter ihnen zahlreiche Verschwörungs:ideologinnen, Esoteriker:innen und Akteure anderer politischer Spektren.

 

Inhalte

  • Verschwörungserzählungen rund um verschiedene Terroranschläge (9/11, Charlie Hebdo, Anschlag auf den Breitscheidplatz, uvm.) sowie zu Corona,

  • Leugnungen oder Anzweiflungen des Klimawandels,

  • Israelbezogener Antisemitismus,

  • Anti-Amerikanische und Pro-Russische Positionen,

  • Pauschalisierte Kritik an etablierten Medien.

 

Problematik

Rubikon gibt anüber das zu berichten, "was in den Massenmedien nicht zu finden ist". Grundsätzlich ist das Reflektieren und auch Kritisieren der Medienlandschaft in einer Demokratie notwendig und unproblematisch. Problematisch wird es dann, wenn diese Kritik undifferenziert davon ausgeht, dass "die Medien“ pauschal Lügen verbreiten oder gezielt Informationen verschweigen, da sie von bestimmten "Mächten" kontrolliert würden. Auf diese Weise können antisemitische Inhalte und Verschwörungsideologien verbreitet werden.

 

Einordnung

Die Artikel des Magazins zeichnen sich durch die Vorstellung aus, dass die Interessen der "guten" Bürger:innen denen der bösen "Eliten" antagonistisch gegenüberstehen. Diese Vorstellung – die in ihrer Struktur antisemitisch ist – findet nicht nur in rechten, sondern auch in linken Kreisen Anklang, die in Teilen eine verkürzte Kapitalismuskritik vertreten. Rubikon kann demnach als Magazin eingeordnet werden, das Personen aus unterschiedlichen politischen Spektren anspricht, die durch ihr antisemitisches Weltbild verbunden sind.