Zum Fall Ofarim: Niemand sollte sich abbringen lassen, sich gegen Antisemitismus zu positionieren


Der Sänger Gil Ofarim veröffentlichte auf Instagram am 5. Oktober 2021 ein Video, in dem er einem Mitarbeiter des Westin Hotels Leipzig Antisemitismus vorwarf. Demnach soll ihm der Check-in verwehrt worden sein, weil er eine Kette mit Davidstern trug. Nach Veröffentlichung des mutmaßlich antisemitischen Vorfalls kam es zu zahlreichen Solidaritätsbekundungen. Auch das JFDA positionierte sich solidarisch mit Gil Ofarim.


Wie diverse Medien berichteten, sollen sowohl Ofarim als auch der Mitarbeiter des Westin Hotels gegeneinander Anzeige erstattet haben. Der Mitarbeiter soll den Vorwurf bestreiten, Ofarim antisemitisch diskriminiert zu haben. Die Ermittlungen dauern noch an (Stand: 27.10.2021). Am 17. Oktober wurden Aufnahmen der Überwachungskameras aus dem Hotel von eben jenem Abend in der BILD veröffentlicht. Zu sehen ist auf den Bildern wie der Sänger das Hotel betritt und an der Rezeption in ein Gespräch mit einem Mitarbeiter verwickelt ist - zu fehlen scheint die Davidstern-Kette um Ofarims Hals, die der Auslöser der Vorfalls gewesen sein soll. Diese Bilder werfen nun Fragen über die Ereignisse auf. Wie glaubwürdig sind die Aussagen des Sängers? Solange die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht abgeschlossen sind, lässt sich nur spekulieren, aber eines muss jetzt schon klargestellt werden:


Zahlreiche Opfer von Antisemitismus stehen oftmals alleine. Daher gilt unser Grundsatz den Opfern erstmal parteilich zur Seite zu stehen. Auch ein möglicherweise negativer Fall wie der vorliegende, wird uns nicht von unserem Kurs abbringen unsere Solidarität auszudrücken und Betroffenen von Antisemitismus unsere unverzügliche Unterstützung und Hilfe anzubieten. Wir erwarten, dass ein solcher Fall, im schlimmsten Falle, die Falschaussage einer einzelnen Person, die Unterstützung der Menschen im Kampf gegen Antisemitismus nicht schmälert und keine neue antisemitische Ausfälle generiert.