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Veröffentlichung: Jahresreport zum Online-Monitoring 2025

  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Antisemitismus im Internet ist kein Randphänomen, sondern wirkt als Katalysator für Desinformation, Hass und demokratiefeindliche Einstellungen. Mit dem Jahresreport zum Online-Monitoring 2025 veröffentlicht das JFDA eine umfassende Analyse aktueller Erscheinungsformen von Antisemitismus im digitalen Raum. Der Bericht basiert auf einem entwickelten Monitoring-System und liefert fundierte Einblicke in Dynamiken, Narrative und Kommunikationsstrategien antisemitischer Inhalte auf Social Media. 



Das Monitoring basiert auf einem qualitativen, inhaltsanalytischen Forschungsdesign und orientiert sich an der Arbeitsdefinition der IHRA sowie Erkenntnissen der Antisemitismusforschung. Im Jahr 2025 wurden dazu 222 Instagram-Profile beobachtet und ausgewertet. Analysiert wurden verschiedene Formate wie Posts, Stories und Reels im Hinblick auf ihre Bildsprache, verwendete Symbolik und zugrunde liegende Narrative. Die einzelnen Inhalte wurden anschließend in einem interpretativen Verfahren kontextualisiert, um wiederkehrende Deutungsmuster und Argumentationsstrategien herauszuarbeiten und thematische Cluster zu bilden. Hierbei versteht sich das Monitoring bewusst nicht als statistisch repräsentativ, sondern als exploratives Instrument, das durch qualitative Verdichtung tiefgehende Einblicke in aktuelle Diskurse ermöglicht und Entwicklungen im digitalen Raum sichtbar macht. 


Die Ergebnisse des Monitorings verdeutlichen, dass Antisemitismus im digitalen Raum hochgradig anpassungsfähig ist und in vielfältigen, zum Teil schwer erkennbaren Formen auftritt. Klassische antisemitische Motive – etwa die Vorstellung einer jüdischen Weltverschwörung oder die Ritualmordlegende – werden in Form von Memes, Karikaturen und KI-generierten Bildern oder mit popkulturellen Bezügen aktualisiert und weiterverbreitet. Zugleich erweist sich die Delegitimierung Israels als zentrales Narrativ: Dem Staat wird häufig das Existenzrecht abgesprochen. Hinzu kommen verschwörungsideologische Erzählungen und Formen der Medienfeindlichkeit, in denen etwa von „zionistischer Kontrolle“ oder gezielter Manipulation die Rede ist und die darauf abzielen, Vertrauen in demokratische Institutionen zu untergraben. Antisemitische Inhalte werden dabei zunehmend indirekt über Codes, Symbole und Emojis kommuniziert, die ihre Bedeutung oft erst im jeweiligen Kontext entfalten. Gleichzeitig tragen emotionalisierte und entmenschlichende Bildsprachen zur Radikalisierung bei, indem sie Empörung verstärken, Polarisierung fördern und mitunter Gewalt legitimieren. Insgesamt macht der Report deutlich, dass Antisemitismus im Netz nicht nur Jüdinnen:Juden betrifft, sondern eine ernsthafte Gefahr für den demokratischen Diskurs insgesamt darstellt. 


Als hilfreiche Grundlage für politische Bildung, zivilgesellschaftliche Intervention und medienpädagogische Arbeit richtet sich der Jahresreport gleichermaßen an Fachöffentlichkeit, Medien, Bildungsträger und alle, die sich mit Antisemitismus im digitalen Raum auseinandersetzen.


Der Jahresreport zum Online-Monitoring 2025 ist Teil des Projekts Aktuelle Dynamiken des Antisemitismus im Internet: Formen, Ursachen und Gegenstrategien" des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! gefördert.




 
 
 

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