Gedenken heißt Handeln - Gedenkveranstaltung zum 84. Jahrestag der Novemberpogrome in Berlin


Mehrere hundert Menschen versammelten sich am 9. November 2022 ab 18 Uhr auf der Levetzowstraße in Berlin Moabit am Mahnmal für die deportierten Berliner Jüdinnen:Juden, um gemeinsam der Opfer der Novemberpogrome an diesem Tag vor 84 Jahren zu gedenken. Seit 1990 wird die Gedenkfeier durch ein antifaschistisches Bündnis um die Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten VVN-BdA organisiert. Üblicherweise kommen in diesem Zusammenhang auch Zeitzeug:innen zu Wort, so auch in diesem Jahr. Die Teilnehmenden hörten verschiedene Reden, unter anderem von dem Shoah-Überlebenden Kurt Hillmann, der 1933 als Sohn einer jüdischen Polin und eines Deutschen in Berlin geboren wurde. Hillmann schilderte eindrucksvoll von den „Schrecken und Ängsten des Krieges” und berichtete von seiner persönlichen Verfolgungsgeschichte. Zudem wies er auf die in den letzten Jahren wieder deutlich ansteigenden antisemitischen Gewalttaten hin. Neben Hillmann sprach auch eine Vertreterin Sonja Kosche, eine Sinti:zze und Rom:nja Aktivistin.


Im Anschluss an die etwa einstündige Kundgebung zog eine Gedenkdemonstration in Richtung des Deportationsmahnmals an der Pulitzbrücke, um gemeinsam Rosen niederzulegen und die Opfer und ihre Angehörigen zu würdigen.


Am Rande des Demonstrationszuges kam es zu unsäglichen antisemitischen Störaktionen. Außenstehende riefen unter anderem „Scheiß Juden!“ und zeigten Mittelfinger in Richtung der Teilnehmenden.


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