20 Jahre nach 9/11 - Gedenken an die Opfer des islamistischen Terroranschlags

Aktualisiert: Sept 17

Heute jährt sich der Tag der Terroranschläge vom 11. September 2001 zum 20. Mal. An diesem Tag brachten 19 al-Qaida-Terroristen vier Passagierflugzeuge in ihre Gewalt. Zwei Flugzeuge lenkten sie in die Twin Towers des World Trade Center in New York City, ein Flugzeug in das Pentagon in Arlington, Virginia. Eine weitere Maschine stürzte über einem Feld in Shanksville, Pennsylvania ab, nachdem mutige Passagiere Widerstand gegen die Entführer geleistet hatten. Die Islamisten ermordeten mit ihren Taten fast 3.000 unschuldige Menschen.


Die Terroristen wählten ihre Ziele nicht willkürlich. Das World Trade Center ist in der islamistisch-antisemitischen Ideologie Symbol gleich zweier Dinge: einerseits des verhassten und als moralisch verkommen wahrgenommenen Westens, andererseits des Judentums, das mit der Finanzmetropole New York City und damit den negativen Aspekten des globalen Kapitalismus falsch assoziiert wird.


Mit den Folgen haben die Opfer, die die Anschläge überlebten, und ihre Angehörigen bis heute zu kämpfen. Ersthelfer:innen und Einsatzkräfte leiden unter gesundheitlichen, teils todbringenden Spätfolgen, die gesellschaftlichen Nachwirkungen sind bis heute spürbar. Die Terroranschläge auf die Twin Towers haben die Metropole an der Ostküste der USA verändert. An vielen Orten in der Stadt findet man Spuren und Erinnerungszeichen, die an die Geschehnisse vor 20 Jahren erinnern.


Zahlreiche antiamerikanische und antisemitische Verschwörungsnarrative über die vermeintlich wahren Ursachen und Umstände der Anschläge sind bis heute verbreitet. Am bekanntesten sind vermutlich die Verschwörungsmythen, dass die USA über die Anschläge im Vorfeld informiert waren, dass führende Politiker:innen sie bewusst haben geschehen lassen, um politische Ziele durchzusetzen, oder dass sie die Anschläge aus ökonomischen Gründen sogar selbst in die Wege geleitet hätten. So hätte die US-Regierung bzw. US-Geheimdienste angeblich entweder die Flugzeugentführungen selbst organisiert und/oder die Türme des WTC durch gezielte Sprengungen zum Einsturz gebracht (Theorie eines “Inside Jobs”). Ein weiteres konspiratives Narrativ besagt, dass es sich bei den Anschlägen um eine jüdische Verschwörung des Mossads oder der Familie Rothschild handele. Dieses Narrativ wurde dadurch versucht zu begründen, dass angeblich alle jüdischen Angestellten des WTC am Morgen des 11. Septembers gewarnt worden seien, nicht zur Arbeit zu erscheinen und angeblich keine Jüdinnen:Juden unter den Opfern waren - dies berichteten kurz nach den Anschlägen unter anderem die schiitische Hisbollah sowie der US-Rechtsextreme David Duke.


In der arabisch-islamischen Welt wurden die Terrorangriffe zu großen Teilen als antiimperialistische Märtyrer- und Heldentaten gefeiert und bejubelt. Auch westliche antiimperialistische Linke konnten in den Angriffen doch noch einen Sinn und Zweck erkennen: der Westen sei, so wurde vereinzelt verlautbart, schließlich durch sein politisches Handeln selbst Schuld an dem Terror, der den Tod von fast 3.000 unschuldigen amerikanischen Zivilist:innen bedeutete.